OKT 18 2019

Websites wie Facebook und Google nutzen die kleinsten Informationspartikel, um ihr Angebot zu verbessern.

Wissen

Früher war es ein mühsames Geschäft, an Feedback von Kunden zu kommen. Marketing-Praktikanten hängten sich ans Telefon, Umfragen mit Gewinnchancen wurden entwickelt und alle möglichen Aktionen durchgeführt, um herauszufinden, was der Kunde denkt.

In Zeiten von Big Data hat sich dieses Geschäft grundlegend geändert. Die Kunden von Services wie Facebook oder Google hinterlassen jeden Tag tausende kleine Hinweise darauf, wie sie die Produkte benutzen – z.B. wie lange sie mit dem Cursor über dem Like-Button schweben, bevor sie ihn klicken, oder die Information darüber, welchen Rechtschreibfehler sie bei ihrer letzten Google-Suche gemacht haben. Da die einzelnen Informationspartikel so klein und zahlreich sind, wird ihre Gesamtheit im Englischen auch als data exhaust (Datenabgase) bezeichnet.

Die großen Firmen analysieren diese Datenabgase ganz genau, um ihre Services anzupassen und zu verbessern. Sie vergrößern Buttons oder verschieben sie, rücken bestimmte Texte oder Inhalte mehr in den Mittelpunkt oder verändern Verknüpfungen innerhalb ihrer Seiten, alles anhand von Feedback aus den kleinen Datenpartikeln.

Der Vorreiter darin ist Google. Dort hat man z.B. allein aus den Tippfehlern der Suchmaschinennutzer ein Autovervollständigungs- und Autokorrekt-System entwickelt, das mittlerweile bei allen Google-Produkten angewendet wird.

Facebook wiederum hat anhand von Userdaten herausgefunden, dass Menschen eher etwas posten, wenn einer ihrer besten Freunde eben etwas gepostet hat, und achtet seitdem darauf, relativ weit oben in der Timeline immer den Post eines Freundes darzustellen. Auch beim Spielehersteller Zynga sitzt ein eigenes Team an der Auswertung der Datenabgase. Wenn das Team z.B. feststellt, dass an einer bestimmten Stelle im Spiel besonders viele Spieler abbrechen, verändern sie diesen Teil schnell so, dass er leichter wird und einen Anreiz bietet, im Spiel zu bleiben.

Die Firmen haben den Wert von Big Data also erkannt – und verwenden ihre Datenabgase dazu, ihre Produkte ständig zu verbessern.

Print Friendly, PDF & Email

There are no comments

Leave a Reply