APR 07 2019

Um Network Thinking in Unternehmen konsequent umzusetzen, müssen die Mitarbeiter einbezogen werden.

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Manche Unternehmen üben viel Druck auf ihre Mitarbeiter aus. Zwischen den Abteilungen entsteht Konkurrenz, da die Leistungen miteinander verglichen werden. Belohnungsmodelle setzen den Fokus auf die Ergebnisse des Einzelnen und Hierarchien trennen die Mitarbeiter voneinander. Dadurch schränken solche Systeme die Möglichkeiten des Unternehmens und der Mitarbeiter ein. Um Network Thinking zu ermöglichen, müssen solche Strukturen aufgelockert werden.

Der erste Schritt zu einem vernetzten Denken im Unternehmen ist das Ausschöpfen des kreativen Potentials der Mitarbeiter. Wer kann ein Unternehmen besser vorwärts bringen als die eigenen Mitarbeiter? Sie kennen die Strukturen, Abläufe und Hindernisse am besten und sehen, wo Veränderungen notwendig sind.

Der Arzneimittelhersteller Janssen-Cilag z.B. nutzte das kreative Potenzial seiner Mitarbeiter. Bei einer strategischen Neuausrichtung wurden vier Fragestellungen an das gesamte Personal geschickt, mit der Bitte, sich für einen Workshop zu bewerben. 10% der Belegschaft meldeten sich freiwillig für die wöchentlichen Diskussionsrunden.

Die gemeinsame Ideensuche erwies sich als Erfolg. Besonders die Frage, wie Janssen-Cilag sich in Zukunft als Gesundheitsunternehmen etablieren könne, erhielt viele kreative Antworten. Der erfolgreichste Vorschlag war die „Gesundheitsbotschaft“, in der Menschen objektiv zur Behandlung von Krankheiten beraten werden und ihre Fragen zum Thema Gesundheit stellen können. Begeistert von der Idee gab die Geschäftsleitung dem Vorschlag grünes Licht zur Weiterentwicklung.

Für die kreative Einbeziehung der Mitarbeiter bedarf es der Überarbeitung alter Strukturen und der Einrichtung neuer Netzwerke. In vielen Unternehmen werden Mitarbeiter nicht optimal gefördert, um ihr Potential auszuschöpfen. Neurobiologe und Hirnforscher Gerald Hüther sagt, dass der Mensch nicht als einzelnes Wesen existiere, sondern das Hirn ein „soziales Konstrukt“ sei: Es bilde sich erst mithilfe seiner Mitmenschen zu voller Reife aus. Demzufolge müssten also auch die besten Ideen in Kooperation mit anderen entstehen.

Janssen-Cilag ergriff auch in dieser Hinsicht die notwendigen Maßnahmen. Das Unternehmen gründete unter anderem ein branchenübergreifendes Netzwerk, das Start-ups, Softwareproduzenten, Forschungsinstitute und Fernsehsender zusammenbringt, um an der Gesundheitsversorgung der Zukunft zu feilen und gemeinsam neue Konzepte zu erarbeiten.

Wenn strikte Strukturen aufgelöst und Teamarbeit und kreative Kooperationen ermutigt werden, können neue Ideen entstehen.

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