SEP 03 2019

Mit der Nutzung von Big Data können wir uns von Stichproben verabschieden.

Wissen

Wir Menschen sind eine neugierige Spezies. Seit jeher haben wir versucht, möglichst viel über unsere Welt und unsere Gesellschaft herauszufinden.

Eine Methode, die lange vor Big Data v.a. bei den Sozialwissenschaftlern sehr beliebt war und ist, ist das Arbeiten mit Stichproben. Doch diese Methode hat größtenteils ausgedient.

Wenn Forscher bis vor ein paar Jahrzehnten eine Prognose zum Ausgang der nächsten Wahl abgeben wollten, griffen sie zum Telefon und befragten die Bürger, welche Partei diese wählen würden. Da sie nicht jeden Menschen im Land anrufen konnten, versuchten sie, eine möglichst repräsentative Stichprobe zu erstellen – also eine Gruppe von Menschen zu befragen, die in vielen Punkten in etwa der Verteilung in der gesamten Bevölkerung entsprach. Sie versuchten z.B. ebenso viele Frauen wie Männer sowie alle Altersgruppen und die verschiedenen sozialen Schichten in ihre Stichprobe einzuschließen.

Doch wenn nun jemand fragte, wie eine spezifische Gruppe, z.B. Beamte, abstimmen würde, gelangten die Forscher schnell an ihre Grenzen. Denn selbst wenn sie den Beruf der Befragten erfasst hatten, waren vermutlich viel zu wenige Beamte in ihrer Stichprobe, um darüber eine signifikante Aussage treffen zu können.

Bei Big Data sieht das anders aus: Wir haben heute so viele Individuen als Datenpunkte zur Verfügung – manchmal sogar alle betreffenden Individuen –, dass wir viel tiefer in die Daten hineinzoomen können. Bei modernen Wahlkämpfen ist es z.B. ohne weiteres möglich zu analysieren, zu welchem Kandidaten Beamte unter 30 aus einem bestimmten Bundesstaat tendieren – und noch viel mehr.

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