APR 10 2019

Für eine erfolgreiche Produktentwicklung müssen die zukünftigen Kunden früh eingebunden werden.

Wissen

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Das Label „Made in Germany“ repräsentiert weltweit gute Qualität und einen hohen Produktionsstandard. Solch ein Qualitätssiegel entsteht durch viele verschiedene Einflüsse. In diesem Fall arbeiteten zahlreiche Unternehmen, Verbände und Vereine gemeinsam an der hohen Qualität eines Produkts. Doch nicht nur die Produzenten spielen in diesem Prozess eine wichtige Rolle: Auch der Kunde muss früh eingebunden werden.

Zwar arbeiten Experten daran, das bestmögliche Produkt zu gestalten, aber letztendlich entscheiden die Kunden, ob es auf dem Markt Erfolg hat. Network Thinking kommt im Qualitätsmanagement zu fruchtbarem Einsatz, indem das Feedback des Kunden früh eingeholt wird.

Innovation, die den Kunden nicht miteinbezieht, kann schnell scheitern. Die Firma Miele musste dies beispielsweise mit ihrer ersten netzwerkfähigen Waschmaschine erleben. Inspiriert vom minimalistischen Design des iPhones wendete Miele dieses Konzept an: Die neue Waschmaschine hatte nur einen Knopf. Alle anderen Funktionen waren über eine App steuerbar.

Auf den wichtigen Industriemessen wurde die Idee bejubelt. Nach der Markteinführung lag die Maschine allerdings wie Blei in den Regalen. Es stellte sich heraus, dass die Kunden eine Maschine mit mehr Knöpfen bevorzugen.

Aber wie findet eine Firma heraus, was für Wünsche der Kunde überhaupt hat? Da empfiehlt sich ein simpler, aber effektiver Weg: Mit dem Kunden sprechen. Das deutsche Team des Online-Bezahlsystems PayPal arbeitete zusammen mit der Stanford Designschule d.school daran, sich näher am Kunden zu orientieren. Bei einem Teamevent verteilten sich die 200 Mitarbeiter an runden Tischen. Zu ihrer Überraschung wurden dann PayPal-Kunden in den Saal gebeten, die sich zu den Mitarbeitern an die Tische setzten. So konnte das Team sein Produkt von der anderen Seite sehen und zusammen mit den Kunden Verbesserungsmöglichkeiten finden.

Netzwerkdenken ermöglicht es sämtlichen Akteuren, sich in den Produktionsprozess einzubringen – ob Mitarbeiter oder Kunde. So werden neue Perspektiven und potentielle Hindernisse erkannt und in die Entwicklung miteinbezogen. Auf diese Weise wird die Produktqualität erhöht.

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