Die subjektive Erfahrung einer KI wäre vermutlich umfassender als die des Menschen.

Das wohl wichtigste Merkmal, das den Homo sapiens vom Rest allen Lebens auf der Welt unterscheidet, ist sein Bewusstsein. Die Frage danach, was Bewusstsein ist und wie es sich überhaupt entwickeln konnte, ist so alt wie die Menschheit selbst. KI-Forscher fragen sich natürlich, wie an sich leblose Materie wie eine Maschine ein Bewusstsein bekommen kann.

KI Vernetzte Daten

Tegmark würde sagen: Rein aus physikalischer Perspektive betrachtet ist der Mensch trotz seiner einzigartigen Fähigkeit zur Selbstreflexion auch nur „neu angeordnetes Essen“. Wie aber müsste man die Komponenten intelligenter Maschinen arrangieren, damit sie bewusst werden können? Natürlich kann diese Frage heute noch niemand beantworten. Der Weg dahin beginnt aber mit der Frage, was Bewusstsein überhaupt ist.

Die Frage ist deshalb knifflig, weil unser Gehirn die meisten Informationen verarbeitet, ohne dass wir mit aktivem Bewusstsein dabei sind. Warum aber nehmen wir manche Informationen bewusster wahr als andere? Es gibt keine allgemeingültige Definition für Bewusstsein. Eine, die weit genug gefasst ist, um auch ein möglicherweise künstliches Bewusstsein mit einzuschließen, formuliert Bewusstsein als subjektive Erfahrung. Ausgehend von diesem Ansatz zerlegen die KI-Forscher die Suche nach dem Ursprung des Bewusstseins in weitere Teilfragen: Wie verarbeitet das Gehirn Informationen? Welche physischen Merkmale unterscheiden bewusste von unbewussten Systemen?

Besonders spannend ist der Gedanke daran, wie so ein künstliches Bewusstsein aussähe. Wie würde sich die subjektive Erfahrung einer künstlichen Intelligenz „anfühlen“? Eines scheint gewiss: Sie wäre vermutlich reicher und umfassender als unsere menschliche Erfahrung.

Wir können intelligente Maschinen bereits heute mit viel mehr unterschiedlichen Sensoren ausstatten, als wir selbst Sinne haben. Außerdem können KI-Systeme viel mehr Erfahrungen pro Sekunde verarbeiten, weil sich die elektromagnetischen Signale in ihrem „Gehirn“ mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Die neuronalen Signale unseres organischen Gehirns sind da um ein Vielfaches langsamer unterwegs.

Alles in allem wird die KI-Forschung und -entwicklung noch viele Chancen und Herausforderungen mit sich bringen. Und wir Menschen werden uns mit technischen und praktischen, aber auch mit philosophisch-existenziellen Fragen auseinandersetzen müssen.

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