Die Geschichte des Lebens lässt sich in drei Stufen der Ausgereiftheit einteilen.

Vor ziemlich genau 13,8 Milliarden Jahren entstand unser Universum bei einem gigantischen kosmischen Ereignis, das Physiker als Big Bang oder Urknall bezeichnen.

Vor etwa vier Milliarden Jahren geschah dann auf der Erde das nächste Wunder: Die Atome entwickelten die Fähigkeit, sich auf eine Weise zu vereinen, die sie aufrechterhalten und reproduzieren konnten. Das Leben hatte begonnen.

Um zu erklären, wie sich die Lebensformen von damals bis heute entwickelten, ist es hilfreich, sie in drei Stufen der Ausgereiftheit zu unterteilen:

Die erste Stufe des Lebens ist das Leben 1.0, das einfache, biologische Leben. Stell dir ein simples Bakterium vor. Alle Aspekte seines Verhaltens sind in seiner DNA kodiert. Es kann Zeit seines Lebens nichts dazulernen oder verbessern. Der Lernprozess seiner Spezies erfolgt stattdessen über Generationen hinweg durch selektive Evolution.

Die zweite Stufe ist das Leben 2.0, das kulturelle Leben. Dazu gehören auch wir Menschen. Wie beim Bakterium hat sich unsere biologische „Hardware“ mit all unseren körperlichen Funktionen über Generationen hinweg entwickelt. Wir sind allerdings in der Lage, einen großen Teil unserer „Software“ neu zu gestalten: Wir können unser Leben lang komplexe Fähigkeiten erwerben, neue Sprachen lernen und neues Wissen aufnehmen.

Die dritte und letzte Stufe ist das Leben 3.0, das technologische Leben. Es kann sowohl seine Software als auch seine Hardware selbst entwerfen und ist zur Anpassung nicht mehr auf die langwierige Evolution angewiesen. Das Leben 3.0 existiert aktuell noch nicht auf der Erde. Durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) und nicht-biologischer Intelligenz könnte sich das aber bald ändern.

Die wunderbar spannenden Fragen, ob und wann das passiert und was es für die Menschheit bedeutet, führen allerdings unter KI-Forschern zu leidenschaftlichen Kontroversen. Ihre Ansichten lassen sich regelrecht in unterschiedliche Denkschulen unterteilen.

Da sind zum einen die digitalen Utopisten. Sie glauben daran, dass künstliches Leben der natürliche und daher erstrebenswerte nächste Schritt der Evolution ist. Die Techno-Skeptiker hingegen sind der Meinung, dass es eine allgemeine künstliche Intelligenz auf absehbare Zeit nicht geben wird. Die Anhänger der Nutzbringenden-KI-Bewegung (Beneficial AI movement) sehen es nicht als selbstverständlich an, dass die Entwicklung künstlichen Lebens gut für uns Menschen ist. Sie wünschen sich daher, dass die KI-Forschung überwacht und kontrolliert wird.

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