SEP 24 2019

Datensätze werden häufig zu einem bestimmten Zweck gesammelt, doch ein zweiter Anwendungsbereich ist oft noch ergiebiger.

Wissen

Wenn Firmen Daten sammeln, haben sie dabei meistens einen ganz bestimmten Verwendungszweck im Hinterkopf: Geschäfte sammeln Daten z.B. für ihre Buchhaltung, Fabriken überwachen ihre Stückzahlen, um die Produktivität im Auge zu behalten, und Websites tracken die Mausbewegungen auf ihren Seiten, um die User Experience der Kunden zu verbessern.

Manche Daten entstehen auch quasi automatisch: Wann immer jemand etwa das internationale Banksystem SWIFT benutzt und darüber eine Überweisung tätigt, entsteht ein Datensatz über die Transaktion.

Doch mittlerweile werden die Daten längst nicht mehr nur für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Wir erkennen immer öfter, dass sie sogar für andere Dinge noch viel wertvoller sind. SWIFT hat z.B. festgestellt, dass die Zahlungsdaten aus dem System erstaunlich genau mit der weltweiten wirtschaftlichen Aktivität korrelieren, und bietet jetzt einen Service an, bei dem es die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts von verschiedenen Ländern vorhersagt.

Auch die Suchbegriffe, die wir verwenden, sind ein Beispiel dafür, wie nützlich „alte Daten” sein können. Auf den ersten Blick verlieren sie an Wichtigkeit, nachdem sie einmal ausgespuckt wurden: Jemand recherchiert etwas, bekommt die Ergebnisse geliefert, Ende der Geschichte. Firmen wie Experian beweisen das Gegenteil: Sie analysieren diese Suchanfragen und stoßen dabei auf ganz erstaunliche Dinge über den Geschmack von potenziellen Kunden oder zukünftige Trends. Damit sind sie zu wahren Goldminen für jeden Einzelhändler geworden.

Ein weiteres Feld, auf dem Daten zweitverwertet werden, sind die Standortdaten von Mobiltelefonen. Sie wurden ursprünglich von den Telefongesellschaften erhoben, um Telefongespräche richtig zu verbinden. Diese Daten haben gewaltiges Potenzial auf vielen Gebieten – vom Überwachen von Verkehrsströmen bis zu standortbasierter Werbung.

Der Wert dieser Zweitnutzung wurde von datenaffinen Unternehmen und Individuen längst erkannt. Sie entwerfen Produkte und Systeme, um aus den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Daten, die sie oder andere gesammelt haben, Gewinn zu machen.

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