SEP 19 2019

Big Data sagen uns, welche Dinge einen statistischen Zusammenhang haben, aber nicht warum.

Wissen

Es gibt ziemlich viel, was wir beachten sollten, wenn wir ein gebrauchtes Auto kaufen: Kilometerstand, Baujahr, Marke, Modell, Garantie, TÜV, Verbrauch und Farbe. Moment mal, Farbe? Warum spielt die denn eine Rolle? Big Data haben die Antwort.

Die „günstigste“ Farbe wurde im Jahr 2012 bei einem Datenanalyse-Wettbewerb gefunden. Dort stellten die Teilnehmer fest, dass orangefarbene Gebrauchtwagen nur halb so wahrscheinlich reparaturbedürftig sind wie Wagen mit einer anderen Farbe. Das zeigten die Daten ganz eindeutig. Was Daten wie diese allerdings so gut wie nie verraten, ist das Warum. Big Data liefern uns durch automatische Analysen Korrelationen, an die wir vorher niemals gedacht hätten. Bisher ist noch niemand dahinter gekommen, warum die orangefarbenen Autos seltener reparaturbedürftig werden.

Einen anderen Zusammenhang, auf den sonst wohl nie jemand gekommen wäre, entdeckte vor ein paar Jahren ein Forscherteam von IBM und der Universität Ontario. Sie analysierten Daten, um die medizinische Betreuung von Frühchen zu verbessern. Ihr Ziel war es, anhand der Vitalparameter der Babys (also Blutdruck, Temperatur, etc.) eine Infektion zu erkennen, noch bevor die ersten Symptome auftraten.

Erstaunlicherweise stellte sich heraus, dass diese Werte kurz vor dem Ausbruch einer schweren Infektion besonders ruhig und stabil sind: eine Art körperliche Ruhe vor dem Sturm. Solche Erkenntnisse wären ohne Big Data nicht möglich – und auch, wenn die Ärzte noch nicht genau wissen, warum der Körper so reagiert, hilft dieses Wissen ihnen schon heute, Menschenleben zu retten.

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