OKT 31 2019

Big Data helfen Verbrechen zu verhindern, doch die entsprechenden Methoden bringen Gefahren mit sich.

Wissen

Nicht nur der Datenschutz ist ein kritisches Thema, mit dem wir uns in Zeiten von Big Data auseinandersetzen müssen. Es gibt auch noch einige gesellschaftliche Implikationen, die große Schattenseiten aufweisen und bei denen wir Vorsicht walten lassen sollten.

Eine davon betrifft den Umgang mit Verbrechen. Der Kinofilm Minority Report hat eine Entwicklung vorhergesagt, die schon bald Realität werden könnte: Dort kann die Polizei Verbrechen anhand verschiedener Daten so genau vorhersehen, dass die Leute nicht dafür bestraft werden, was sie getan haben, sondern dafür, was sie in der Zukunft tun würden.

Doch wie hoch ist der Realitätsgehalt von so einem Szenario in Hinblick auf Big Data?

In den USA werden heute schon Daten für wichtige Entscheidungen in der Justiz genutzt. Die Bewährungsausschüsse in den meisten Staaten verwenden z.B. datenbasierte Vorhersagen darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Verbrecher wieder straffällig wird, wenn sie über sein Urteil abstimmen.

Auch die Polizeistationen stützen sich zunehmend auf „vorausschauende Polizeiarbeit“, um ihre Ressourcen möglichst effektiv einzusetzen. Dazu verwenden sie die Technik des Profiling: Sie wählen auf Basis bestimmter Faktoren Individuen, Gruppen und Nachbarschaften aus, die sie genauer untersuchen. Diese Faktoren können z.B. Armut, Arbeitslosigkeit oder Drogenmissbrauch sein. Auch im Bereich der nationalen Sicherheit wird diese Strategie angewandt.

Methoden wie das Profiling helfen Polizei und Justiz natürlich, bieten aber auch viel Spielraum für Missbrauch und Ungerechtigkeit. Wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Freundeskreise zu Verdächtigen werden, verletzt das einige unserer grundlegenden Werte – u.a. die Gleichheit aller Bürger. Es ist absehbar, dass irgendwann Verdächtige festgehalten, Patienten zurückgewiesen und Angestellte entlassen werden, nur weil sie zu bestimmten Risikogruppen gehören.

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