Die Sparrenburg

Die Sparrenburg wurde als Burg vor 1250 durch die Grafen von Ravensberg erbaut. Sie diente der Sicherung des Bielefelder Passes über den Teutoburger Wald, als Herrschersitz der Grafen von Ravensberg und dem Schutz der um 1200 gegründeten Stadt Bielefeld. Da in der Regel die Anlage einer schützenden Burg einer Stadtgründung vorausging, wird neuerdings vermutet, dass es noch einen älteren Vorgängerbau gegeben habe. Andererseits konnte die Bielefelder Altstadt (im engeren Sinne) vor der Erfindung von Feuerwaffen nicht vom Osning (alter Name des Teutoburger Waldes) aus angegriffen werden und nach der Errichtung der Sparrenburg wurde zwischen Burg und Altstadt die Neustadt angelegt. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Burg 1256.

1346 starb Graf Bernhard von Ravensberg kinderlos. Damit starb das Haus CalvelageRavensberg aus. Die Burg fiel nun durch Heirat an Graf Gerhard I. von Jülich-Berg, der seit 1338 mit Bernhards Nichte Margarete verheiratet war. Die Funktion eines Herrschersitzes entfiel. Am 18. November 1377 übernachtete Kaiser Karl IV. auf der Burg. Von 1410 bis 1428 diente die Sparrenburg ein letztes Mal als Herrschersitz für Graf Wilhelm II. von Ravensberg, der aus der das Herzogtum Berg regierenden Linie des Hauses Jülich stammte. 1511 wechselte die Sparrenburg erneut den Besitzer: Herzog Wilhelm von Jülich-Berg, der auch Graf von Ravensberg war, starb und Grafschaft und Burg fielen an seinen Schwiegersohn Herzog Johann von Jülich-Kleve-Berg.

1609 starb mit Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg der letzte Herzog aus dem Hause Jülich ohne männlichen Nachfahren. Die von den Haupterben Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg und Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg 1609 vereinbarte Gemeinschaftsregierung scheiterte, was zum Jülich-Klevischen Erbfolgestreit führte. 1612 wurde die Burg durch ein Erdbeben beschädigt. Durch den 1614 geschlossenen Vertrag von Xanten, der den Erbfolgestreit beendete, fiel die Burg an Brandenburg-Preußen, das zunächst seinen holländischen Verbündeten das Besatzungsrecht einräumte. Die holländische Besatzung traf im November 1615 ein.Sparrenburg (Nordrhein-Westfalen)

Festung Sparrenberg, links Teil der Südwand des Scherpentiners

Im Zuge des 1618 ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieges mussten die Holländer sich 1623 vor den übermächtig anrückenden Spaniern zurückziehen, die von Graf Johann von Rietberg angeführt wurden. 1625 versuchte der brandenburgische Oberst Gent vergeblich, mit Hilfe der ravensbergischen Bauern die Sparrenburg zurückzuerobern. 1636 belagerten Schweden und Hessen fast ein Jahr lang die Spanier, bevor diese 1637 die Festung übergeben mussten. 1642 wurde die Sparrenburg den verbündeten Franzosen überlassen.

Der Westfälische Frieden 1648 bestätigte die Zugehörigkeit zu Brandenburg-Preußen. In der Folgezeit hielt sich der Große Kurfürst mehrfach auf der Festung auf, die ihm als westfälische Nebenresidenz diente. Zwei seiner Kinder wurden hier geboren.

Im Französisch-Niederländischen Krieg widerstand die Sparrenburg erfolgreich ihren letzten Belagerungen, 1673 gegen münstersche und 1679 gegen französische Truppen.

Luftbild von Südwesten

 

Blick vom Brunnen über die Ausgrabungsstelle zum Kiekstattrondell

Kiekstattrondell

Die Rondells im Detail

Literatur: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Sparrenburg

Bewertungen zu klsys.com

There are no comments

Leave a Reply