• Wie Ur-Chips und genähter Speicher die Menschen zum Mond brachten 19. Juli 2019
    Die Mondlandung wurde auch durch Pionierarbeit bei Computern möglich gemacht – die bis heute nachwirkt. So wurden erstmals Vorgänger heutiger Chips eingesetzt und die Regeln guten Software-Designs geprägt. Der genähte Speicher setzte sich hingegen nicht durch.
APR 04 2019

Neues Lernen lernen: Network Thinking ist eine vernetzte Form des Lernens, die Abschied vom linearen Brockhaus-Denken nimmt.

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Viele von uns sind wahrscheinlich noch mit Bänden von Enzyklopädien im Haus aufgewachsen, die mehrere Regale in Anspruch nahmen. Das war die damals größte Wissensquelle, die wir zu Hause schnell griffbereit hatten: alphabetisierte, kategorisierte Einträge, die uns bei den Hausaufgaben halfen oder unsere Neugier stillten. Heute steht uns mit Wikipedia eine neue Art von Informationsquelle online zur Verfügung. Doch das Internet repräsentiert nicht nur einen Wechsel von Papier zum Bildschirm: Die Ansammlung vernetzter Seiten hat auch ein neues Denkmodell hervorgebracht.

Das Brockhaus-Denken repräsentierte die vorherrschende Wissensorganisation des letzten Jahrhunderts. In den Enzyklopädien wurde Wissen linear geordnet und strukturiert und Informationen wurden in Kategorien und Fachgebiete von A bis Z organisiert. Nicht nur Brockhaus hielt sich an dieses Denkmodell: Schulen trennten Fächer nach Fachgebieten, Universitäten teilten Wissen in Fakultäten.

Die digitale Revolution betrifft nicht nur unseren Zugang zu Informationen, sondern sämtliche Lebens- und Arbeitsprozesse. Allerdings sind noch nicht alle Bereiche unseres Alltags im neuen Zeitalter angekommen. Unser traditionelles Bildungssystem befindet sich beispielsweise noch im Brockhaus-Stil des letzten Jahrhunderts.

Dieses lineare Denken wird mittlerweile jedoch zum Relikt der Vergangenheit. Bei Wikipedia, dem heutigen Äquivalent zum Brockhaus, werden Wissensexperten von Hobby- und einigen Fachautoren abgelöst. Diese Veränderung zeigt nicht nur eine andere Art von Urheberschaft, sondern weist auf eine neue Wissensorganisation hin.

Die Vernetzung ersetzt das klassische Silo-Denken, welches Informationen in isolierte „Wissensinseln“ kategorisiert. Stattdessen bietet die neue Organisation eine freie Struktur, mit der die strikte Trennung nach Fachbereichen aufgelöst wird: Auf Wikipedia sind alle Informationen per Hyperlink miteinander verbunden.

Um die Zukunft zu gestalten, braucht die digitale Welt diese Vernetzung, das Network Thinking. Statt der geraden Linien des alten Systems besteht ein Netzwerk aus Knoten, d.h. Informationen, die miteinander verbunden werden.

Wir bewegen uns also weg von einer rigiden Form der Wissensstrukturierung hin zu einer flexiblen Vernetzung von Informationen.