APR 05 2019

Für Network Thinking müssen Fachgebiete verknüpft und Hierarchien überwunden werden

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Manchmal müssen zwei grundverschiedene Ideen zusammenkommen, um etwas Revolutionäres zu erzeugen. Das ganzheitliche Denken des Network Thinking ermutigt eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Grenzen durchbricht.

Zur Umsetzung des Network Thinking gehören einige Grundlagen, welche die „Infrastruktur“ dieses Denkmodells bilden, z.B. die Verbindung von Experten aus unterschiedlichsten Feldern.

Den Vorteil dieser Strategie sah man in den vergangenen Jahren in der Autoindustrie: Mitte 2014 stellte Google der Weltöffentlichkeit das erste selbstfahrende Auto vor. Die etablierten deutschen Automobilhersteller waren verblüfft. Wie konnte ein Softwarekonzern sie auf dem eigenen Territorium überholen und diesen Wagen herstellen, der wie eine unförmige Kartoffel aussieht?

Der Schlüssel liegt in der Denkweise. Während sich die etablierten Konzerne ans klassische Brockhaus-Denken klammerten, durchbrach Google die Grenzen des Fachwissens. Das Unternehmen führte Ingenieure, Autodesigner und Programmierer zusammen, um das Auto der Zukunft zu entwerfen.

Zusätzlich zum interdisziplinären Ansatz hilft das Prototyping dabei, Arbeitsweisen zu revolutionieren. Hierbei wird eine abstrakte Idee durch einen Praxistest erlebbar. Die haptische Darstellung muss noch nicht komplex und ausgefeilt sein – es reichen z.B. Legosteine, Post-its, Klebstoff, Karton und kleine Hölzer.

Google verwendete beispielsweise ein Legomodell für den ersten Prototyp einer Serverfarm zur Optimierung der Auslastung. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin montierten es, um die Serverstruktur visuell erfahr- und veränderbar machen zu können. Das Modell steht noch heute in einer Ausstellungsvitrine auf dem Google-Campus in Kalifornien.

Ein weiterer Punkt, der Network Thinking ermöglicht, ist eine optimierte räumliche Umgebung. Sie sollte Hierarchien verschwinden lassen und damit Kreativität fördern. Ideen fließen am besten, wenn alle Mitarbeiter sich beim Einbringen von neuen Vorschlägen gleichberechtigt fühlen.

Praktisch kann das unter anderem mit der richtigen Tischform umgesetzt werden. Ein eckiger Tisch verleitet dazu, die ranghöchste Person an das kurze Ende zu setzen und eine Hierarchie zu betonen. Sechseckige Tische ermöglichen hingegen keine hierarchischen Sitzplätze und lassen sich flexibel zusammenstellen.

Sind die richtigen Leute versammelt, neue Arbeitsweisen etabliert und die optimale räumliche Umgebung geschaffen, stehen die Grundlagen für das Network Thinking.