APR 12 2019

Auch das Bildungssystem sollte umdenken und neue Unterrichtsmethoden einsetzen.

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Im klassischen Schulunterricht vermittelt ein Experte sein Fachwissen an die Schüler. Diese Unterrichtsform entspricht dem traditionellen Brockhaus-Denken und lässt wenig Raum für Kreativität, Wissensaustausch und interaktives Arbeiten. Um Schüler auf die heutige Arbeitswelt vorzubereiten, ist eine Überarbeitung des Bildungssystems notwendig.

Unser Schulerlebnis wird von Klausuren und Noten geprägt. Dabei bleibt das wichtigste Wissen nicht durch Leistungspunkte, sondern durch eigenes Erleben hängen, wie z.B. die Mitarbeit an der Abiturzeitung. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum setzt bewusst ganz andere Lernmethoden ein: Klassische Stundenpläne existieren nicht. Stattdessen organisieren Schüler ihren Lernprozess selbst. Lehrer agieren weniger als strenge Autorität denn als motivierende Coaches.

Die Schule setzt durch das „Projekt Herausforderung” einen besonderen Fokus auf Erfahrungen statt Wissenswiedergabe, indem sie ihre Schüler ins kalte Wasser wirft. Sie schickt die Schüler im Alter von 13 bis 16 Jahren in Kleingruppen für drei Wochen auf Reisen – ohne Eltern, ohne Lehrer und mit nur 150 Euro in der Tasche. Damit müssen sie z.B. auf einer Kanutour auskommen. Sie lernen so, ihr Leben selbstständig zu organisieren.

Diese Art von Lernen bedeutet auch ein Umdenken vom Gegeneinander zum Miteinander. Durch das Verteilen von Noten entsteht ein Konkurrenzdenken. Da die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts auf Kooperation und das Teilen von Wissen ausgelegt ist, werden als Einzelkämpfer ausgebildete Schüler nicht gut auf die Arbeitswelt vorbereitet.

Die Evangelische Schule Berlin Zentrum erarbeitet daher Lernmaterialien, die auf die Zusammenarbeit der Schüler setzen. Fast alle Aufgaben in den Schulbüchern müssen zusammen mit anderen gelöst werden. Der Erfolg des Network Thinking dieser Lernmethode zeigt sich in den Ergebnissen: Beim Berliner Zentralabitur erreichten die Schüler einen sehr erfolgreichen Durchschnitt von 2,0.

Vernetztes Lernen bringt das Schulsystem einen Schritt näher an die Zukunft. Dies sollte auch im Studium fortgeführt werden: Dort können in der Schule angeeignete Techniken vertieft und in konkreten Projekten zur Anwendung gebracht werden.